
Die jüdische Gemeinde Emmendingen bei Freiburg findet das völlig fehl am Platz. Die ehemalige Synagoge stand bis 1938 auf dem Schloßplatz, wurde damals verwüstet und später gesprengt. Heute ist eine Gedenkplakette im Boden eingelassen, und am Rand steht das Jüdische Museum.
Nun wurde für die Fußball-Europameisterschaft ein Public Viewing auf dem Platz vorgesehen, und Klaus Teschemacher, ein Mitglied der Gemeinde, regt sich im Fernsehen darüber auf, daß es halb Baden-Württemberg mitkriegt! Das Trinken, die Fahnen und das Brüllen findet er unpassend und er erinnert sich an 1938, wobei nicht klar ist, ob er damals überhaupt gelebt hat.
Wie blöd stellen sich eigentlich manche Herren an? Da kommen vielleicht Tausende von Fußballfans zur Großleinwand auf diesen Platz, und man schürt so einfach mir nichts dir nichts bei denen im Vorfeld potentielle Ressentiments. In Israel schlagen Kassam-Raketen in Supermärkte, Menschen sterben und hier keine wichtigeren Probleme als dieser verkorkste Hickhack! Dabei fanden am selben Ort natürlich schon viele andere Veranstaltungen statt, vor allem mit Musik, was bekanntlich ebenso mit Geschrei verbunden ist. Jahrelang wurde ein African Music Festival dort durchgeführt. Da äußerte sich anscheinend niemand dagegen. Politisch-inkorrekt und mit Gift: Wenn Neger auf dem Platz rumhopsen, stört es die jüdische Gemeinde nicht, nur wenn Deutsche dort Tor schreien!
Ich wollte zunächst nichts schreiben, obwohl mir der Fall bekannt war. Dachte, die sind gerade noch rechtzeitig gescheit geworden. Aber nein, im Fernsehen wurde alles zur besten Sendezeit nochmals hinausposaunt. Also bitte: Hier der Link! Der Bericht beginnt nach ungefähr einem Drittel. Man kann den Balken vorziehen.